Steuern sparen als Freiberufler! – Die Checkliste!

Steuern sparen als Freiberufler – Freiberufler sind eine Sonderform der Unternehmer. Sie sind auch bekannt als die Katalogberufe. Diese Katalogberufe zeichnen sich durch einen gewissen Bildungsgrad aber auch durch wissenschaftliche oder künstlerische Fähigkeiten aus.

Steuern sparen als Freiberufler

Die bekanntesten Katalogberufe sind Ärzte, Autoren, Rechtsanwälte und Steuerberater. Bei diesen Berufen steht die Tätigkeit im Vordergrund und nicht das gewerbliche bzw. das Unternehmertum. Selbstständige nach § 18 EStG unterliegen zudem nicht der Gewerbesteuer.

Aber an welcher Stelle können Freiberufler noch Steuern sparen? Im Großen und Ganzen besteht hier Ähnlichkeit zum Gewerbetreibenden / Unternehmer, es gibt jedoch kleine Abweichungen.

Einkommensteuervorauszahlungen

Auch Freiberufler sollten das Thema Liquidität immer im Auge behalten. Aus diesem Grund sollten auch Freiberufler die Einkommensteuervorauszahlungen ständig überwachen und wenn nötig laufend anpassen. Die Anpassungen können beliebig vorgenommen werden. Die Vorauszahlungen sind immer vierteljährlich fällig.

Einnahmenüberschussrechnung

Als Freiberufler kommt man nie in die Pflicht eine Bilanz aufzustellen. Das heißt, Sie können unabhängig der Einnahmen und des Gewinns eine Einnahmenüberschussrechnung einreichen. Der Vorteil dieser Gewinnermittlungsart ist, dass Sie nur versteuern müssen, was Sie auch wirklich erhalten haben.

Bei der so genannten 4 (3) – Rechnung gilt das Zufluss- / Abflussprinzip. Für Sie sind deshalb nur Geldflüsse interessant. Geschriebene Rechnungen hingegen haben keine Auswirkung auf den Gewinn.

Umsatzsteuer

Steuertipp – Sie sollten auch immer den Antrag auf Ist-Besteuerung in der Umsatzsteuer stellen. Auch hier besteht der Vorteil, dass Sie nur Umsatzsteuer abführen müssen, wenn Sie das Geld erhalten haben. Beachten Sie, dass auch Freiberufler die Kleinunternehmerregelung wählen können.

Krankenversicherung

Steuertipp– In den meisten Fällen wirken sich Versicherungen nicht aus, diese sind auf 2.800 € begrenzt sind. Eine Ausnahme stellen gezahlte Krankenversicherungsbeiträge dar. Diese wirken sich immer in voller Höhe aus. Damit Sie also eine steuerliche Wirkung erzielen, sollten Sie folgende Taktik verfolgen.

In Jahren in denen eine hohe Steuerbelastung entsteht, können Sie Krankenversicherungsbeiträge Vorauszahlen. Damit senken Sie die Steuerbelastung. Es ist jedoch Vorsicht geboten. Die Vorauszahlungen dürfen das 2,5-Fache des Jahresbetrags nicht übersteigen. Ansonsten wird die Vorauszahlung steuerlich nicht anerkannt.

Verpflegungsmehraufwendungen

Wenn sie als Freiberufler auswärts unterwegs sind, dann sollten auch Sie die Verpflegungsmehraufwendungen nicht vergessen. Als Freiberufler haben Sie Anspruch auf 12 € ab 8 Stunden Auswärtstätigkeit. Bei Mehrtägigen Reisen haben Sie für An- und Abreisetagen Anspruch auf 12 € und für volle Tage zwischen An- und Abreisetag auf 24 €.

Fahrtkosten

Viele Freiberufler sind froh, wenn Sie Ihr KFZ von der Steuer absetzen können. Das kann von Vorteil sein, muss es aber nicht. Hier sollten Sie immer eine Vergleichsrechnung vornehmen.

An erster Stelle, vergessen Sie das Fahrtenbuch. In der Praxis ist es ein Mythos. Das liegt daran, dass kein Fahrtenbuch ordnungsgemäß ist. Aus diesem Grund bleibt Ihnen entweder die 1 % -Regel oder die Abrechnung mit der Pauschale. Die Pauschale beläuft sich auf 30 Cent und kann bei Reisen je Fahrtkilometer angesetzt werden. Bei Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte nur für die Entfernungskilometer.

Internet und Telefon

Freiberufler leben meistens von Internet und Telefon. Es ist jedoch oft schwierig zwischen dem privaten Anteil der Rechnung und dem beruflichen zu unterscheiden. Aus diesem Grund kann man auch hier pauschalen ansetzen.

In der Praxis hat es sich bewährt, dass 20 % der Rechnungsbeträge maximal jedoch 20 € pro Monat als private Nutzung angesetzt werden können. Dieser Nutzungsanteil kann als Einnahme erfasst werden. Sollte sich nachweislich eine andere Aufteilung ergeben, kann auch diese angesetzt werden.

Arbeitszimmer

Viele Freiberufler arbeiten in der Gründungszeit von Zuhause. Andere haben selbst nach Jahren noch ein gesondertes Büro in den eigenen vier Wänden. Sie können daher auch ebenfalls wie Arbeitnehmer, Unternehmer und Vermieter ein Arbeitszimmer ansetzen.

Sollte ein Arbeitszimmer vorliegen, dann können Sie dieses steuerlich als Betriebsausgaben ansetzen. Die Betriebsausgaben umfassen Mieter, Nebenkosten und sonstige Gebühren. Sollte es sich bei der Wohnung um die eigene handeln, müssen Sie aber aufpassen. Sie können zwar auf der einen Seite alle Kosten anteilig ansetzen. Auf der anderen Seite wird dieser Teil jedoch Betriebsvermögen.

Das hat den Nachteil, dass ein späterer Verkaufserlös steuerpflichtig ist. Die steuerpflichtig liegt auch dann vor, wenn die Spekulationsfrist abgelaufen ist.

Investitionsabzugsbetrag (IAB)

Mit dem Investitionsabzugsbetrag erhalten Sie in Tool, welches es Ihnen ermöglicht Liquidität zu schaffen. Der Vorteil ist, dass Sie diese Liquidität sinnvoll in Anschaffungen für Anlagevermögen umwandeln können.

Die Sonderabschreibung ist bis zu 40 % der geschätzten Anschaffungskosten möglich. Die Anschaffung muss spätestens im folgenden Jahr der Rücklagenbildung wieder abgezogen werden.

Der IAB ist bei Freiberuflern möglich, die einen Gewinn bis zu 100.000 € haben. Der IAB darf auch hier insgesamt 200.000 € nicht übersteigen.

Mittelstands-Sonderabschreibung

Zusätzlich zum IAB haben Sie auch noch die Möglichkeit der Mittelstands-Sonderabschreibung. Die Mittelstands-Sonderabschreibung ist bis zu 20 % der Anschaffungskosten möglich. Sie können die Mittelstands-Sonderabschreibung entweder im Jahr der Anschaffung oder in den folgenden vier Jahren abziehen. Der Anspruch auf die Mittelstands-Sonderabschreibung besteht, wenn Sie Anspruch auf den IAB haben.

Durch die geschickte Kombination von IAB und Mittelstands-Sonderabschreibung haben Sie somit sofort ein Volumen 60 % Sonderabschreibung. Der Nachteil ist, dass Sie langfristig weniger Abschreibung haben.

6c-Rücklage

Gewerbetreibende haben die Möglichkeit der 6b-Rücklage. Für Freiberufler gibt es die 6c-Rücklage. Im Grunde gibt es keine Unterschiede. Der einzige Unterschied ist, dass die 6c-Rücklage nur für Steuerpflichtige möglich ist, die einen Einnahmenüberschussrechnung erstellen. Die 6c-Rücklage kann zu Anwendung kommen, wenn Sie Anlagevermögen wie Grund und Boden, Gebäude oder Beteiligungen verkaufen.

Die Voraussetzungen sind, dass sich das Wirtschaftsgut mindestens sechs Jahre als Anlagevermögen im Betriebsvermögen befindet. Des Weiteren muss es sich im Inland befinden und die Gewinnermittlungsart gemäß § 4 (3) EStG erfolgen.

Der Nachteil ist, dass eine Investition in ein ähnliches Wirtschaftsgut innerhalb von vier Jahren erfolgen muss.

Rücklage für Ersatzbeschaffung

Die Rücklage für Ersatzbeschaffung ist möglich, wenn ein Wirtschaftsgut zerstört wurde oder eine Enteignung erfolgt ist oder angedroht wird.

Abschreibung

Als Freiberufler sollten Sie auch nie Ihr Anlagevermögen vergessen. Vor allem bei kleinen Anschaffungen besteht hier die Möglichkeit, dass Sie erhebliche Steuern sparen können. Damit Sie Steuern sparen als Freiberufler sollten Sie auch die GWG und den Sammelposten im Auge behalten.

Ein GWG liegt dann vor, wenn Sie bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens haben. Dieses muss zusätzlich selbstständig nutzbar sein und im Wert unter 410 € Netto (Kleinunternehmer Brutto). Dann ist eine Sofortabschreibung möglich.

Die Alternative wäre der Sammelposten, wenn die Mehrzahl der Wirtschaftsgüter zwischen 150 € und 1.000 € liegt. Dann erfolgt die Abschreibung über 5 Jahre.

Werbung

Die Werbung ist Ihr bester Freund. Als Freiberufler ist Ihr Name Ihre Marke! Diese sollten Sie fördern und pflegen. Meines Erachtens ist die Werbung, sofern sie sinnvoll ist, die beste Betriebsausgabe. Durch die Werbung mindern Sie den Gewinn, aber schaffen durch Bekanntheit und neue Kunden mehr Umsatz. Langfristig können Sie mit gezielter Werbung über AdWords, Facebook oder Bing den Gewinn am besten steuern.

Steuersatz

Das Ziel sollte aber nicht Steuer gleich Null sein. Sie sollten sich eine gleichmäßige Besteuerung vornehmen. Dadurch schaffen Sie langfristig die beste Situation für sich. Durch die Progression in unserem Steuersystem können auch schon kleine Veränderungen viel ausmachen.

Es ist daher zu empfehlen, Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben gleichmäßig zu verteilen. Auf diese Weise haben Sie einen konstanten Cashflow.

Beratung und Planung

Wenn Sie erfolgreich durchstarten wollen, dann sollten Sie immer einen guten Beraterstab um sich haben. Dies betrifft nicht nur steuerliche Aspekte, sondern auch rechtliche und die Finanzierung von Investitionen.

Sie sollten daher in regelmäßigen Abständen Beratungen in Anspruch nehmen. Es sollte dann anhand Ihrer Ziele ein Plan entwickelt werden, wie Sie das beste erreichen. Diese Ziele sollten betriebswirtschaftlich, rechtlich und steuerlich optimal sein.

Es sollten Steuern immer als unvermeidbarer Kostenfaktor berücksichtigt werden. Es geht nicht immer darum Steuern zu sparen. Auch sinnvolle Investitionen sind entscheidend. Denn nur wer Gewinne erzielt muss auch Steuern zahlen. Wer keine Gewinne erzielt kann auch keine Steuern sparen. Zwangsläufig endet das irgendwann in der Insolvenz.

Buchempfehlungen!

Bücher für finanzielle Bildung!

YouTube-Empfehlung:

Steuern mit Kopf

Disclaimer: Der Autor/Sprecher übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Das Video stellt in keiner Art und Weise eine professionelle Steuerberatung dar und ersetzt diese auch nicht.

Steuern sparen aber wie?

Steuern sparen aber wie? –  Neben den richtigen Tipps für die Erklärung, sollte man sich auch Gedanken über die Art der Abgabe machen. Es stellt sich dadurch immer die Frage mit oder ohne Steuerberater?

Steuern sparen aber wie?

Es gibt heutzutage einige Möglichkeiten die Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Zum einen gibt es die Möglichkeit über Elster oder über eine externe Software. Es gibt aber auch die Möglichkeit die Steuererklärung über einen Steuerberater anfertigen zu lassen. Doch welche Vorteile und Nachteile bietet der Steuerberater oder Elster?

Steuererklärung (offline)

Früher war man gezwungen die Steuererklärung per Hand abzugeben. Heute ist das zwar nicht mehr notwendig, aber teilweise noch möglich. Einige Finanzbeamte bestehen aber auf die Übermittlung per Elster, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen.

Wer will, kann auch heute noch die Steuererklärung per Hand ausfüllen und per Post an das Finanzamt schicken. Der Vorteil ist, dass die Formulare kostenlos von der Homepage des Finanzamts heruntergeladen werden können. Die letzten beiden Jahre können auch beim Finanzamt vor Ort abgeholt werden. Das heißt, dass keine Kosten anfallen. Der Nachteil ist aber, dass keine Hilfestellung vorhanden ist. Man ist also gezwungen sich selbst in das Thema einzulesen. Eine kleine Hilfestellung finden sie hier. Aber auch der KONZ ist eine Möglichkeit hier einfach Steuern zu sparen.

Steuererklärung (Elster)

Von Seiten des Finanzamtes gibt es auch die Möglichkeit die Steuererklärung per Elster einzureichen. Der Vorteil ist, dass es kostenlos ist. Die Unterlagen werden Online an das Finanzamt übermittelt. Damit spart man sich den Papieraufwand. Nur in seltenen Fällen fordert das Finanzamt noch Belege an. Es muss jedoch eine unterschriebene Erklärung an das Finanzamt geschickt werden.

Der Nachteil an Elster ist, dass es keine Steuertipps gibt. Diese Steuertipps können oft mehr Geld Wert sein als die kostenlose Steuererklärung. Im Durchschnitt holt ein Steuerberater bzw. eine Steuersoftware 400 € mehr aus der Steuererklärung als Sie selbst. Das hat das Statistische Bundesamt für die vergangenen Jahre nachgewiesen.

Der Kostenpunkt liegt hier bei 0,00 €.

Steuererklärung (Software)

Wenn man etwas mehr Steuern sparen will, dann sollte man die Steuererklärung mit einer Software erledigen. Die Unterschiede liegen zum einen darin, ob man die Steuersoftware herunterlädt oder ob die Steuererklärung online ausgefüllt werden kann. Es kann aber auch Unterschiede innerhalb der Programme geben.

Zum sofort Starten eignen sich smartsteuer oder Steuertipps, hier kann man die Steuererklärung sofort online ausfüllen und übermitteln. Der Vorteil ist, dass man auch den ein oder anderen Steuertipp erhält. Die Preise für eine Steuererklärung fangen je nach Software bei 30 € (WISO) an.

Unten finden Sie den Schnellrechner von smartsteuer. Mit dem Schnellrechner können Sie schnell und einfach ausrechnen, ob sich die Abgabe lohnt. Als Arbeitnehmer trifft dies oftmals zu, da man Werbungskosten erst nachträglich geltend machen kann.

Kostenpunkt ca. 30,00 €.

Steuererklärung (Steuerberater)

Hier scheiden sich die Geister. Viele raten eine Software zu verwenden. Aber es lohnt sich nicht immer. In einigen Fällen sollte man den Steuerberater aufsuchen. Am besten arbeitet man mit dem Steuerberater, wenn man alle zwei bis vier Jahre einen Steuerberater aufsucht.

Der Steuerberater muss nicht unbedingt die „teuerste“ Lösung sein. Wie auch oben schon erwähnt, kann der Steuerberater besonders auf die persönlichen Verhältnisse eingehen. Diese Möglichkeit hat die Software nicht. Auf diese Weise kann der Steuerberater noch den einen oder anderen Euro mehr heraus holen.

Diese Mehrausgaben können sich aber lohnen, da die Kosten für den Steuerberater als Werbungskosten angesetzt werden. Was sich preislich nur selten lohnt, ist der Lohnsteuerhilfeverein. Man hat hier nur eingeschränkte Möglichkeiten, da diese nicht so umfangreich beraten und beraten dürfen wie ein Steuerberater. Das sollte man immer bedenken.

Kostenpunkt für den Steuerberater nach der Steuerberater-vergütungsverordnung ab 150 €.

Zu raten ist daher die Steuererklärung über eine Software wie smartsteuer oder Steuertipps zu machen und alle zwei bis vier Jahre einen örtlichen Steuerberater aufzusuchen. Das Beratungsgespräch ist günstiger und eignet sich die nächsten Etappen der Lebensplanung abzustecken. Denken Sie immer daran, ein Steuerberater hilft Ihnen sparen. Das kann bei der Familiengründung, Unternehmensgründung oder beim Hausbau sein.

Auf die Frage „Steuern sparen aber wie?“ gibt es noch die Möglichkeit sich hier weiter zu klicken.

Buchempfehlungen!

Bücher für finanzielle Bildung!

YouTube-Empfehlung:

Steuern mit Kopf

Disclaimer: Der Autor/Sprecher übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Das Video stellt in keiner Art und Weise eine professionelle Steuerberatung dar und ersetzt diese auch nicht.

Steuern sparen als Arbeitnehmer! – Die Checkliste!

Steuern sparen als Arbeitnehmer ist kein Hexenwerk. Jeder Arbeitnehmer kann zumindest ein paar Euro Steuern sparen. Das liegt daran, dass bei der monatlichen Abrechnung nicht alle persönlichen Verhältnisse bedacht werden!

Mit dieser Steuerspar-Checkliste können Sie noch den ein oder anderen weiteren Euro zurückholen.

Steuern sparen als Arbeitnehmer

Steuern kann man dann sparen, wenn man über die gesetzlichen Freibeträge kommt und damit überhaupt erst einmal Steuern zahlt. Diese Freibeträge sind zum einen der Grundfreibetrag, der Arbeitnehmerpauschbetrag und Sonderausgabenpauschbetrag. In Summe zahlt man also in 2016 ab 9.598 € und in 2017 ab 9.858 € Einkommensteuer.

Fahrtkosten

Das wichtigste zuerst. Jeder Arbeitnehmer muss zur Arbeit. Sofern der Arbeitgeber also kein Auto zur Verfügung stellt, kann der Arbeitnehmer pro Entfernungskilometer 30 Cent ansetzen.

Das klingt zwar relativ wenig, aber in der Summe kommen hier enorme Beträge als Werbungskosten zusammen. Sobald man mit den Fahrtkosten den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 € übersteigt, fängt das Steuern sparen an.

Mit den Fahrtkosten übersteigt man den Betrag ab dem 15. Entfernungskilometer. Das heißt bei 15 Kilometern und 240 Arbeitstagen liegt der Werbungskostenabzug bei 1.080 und damit 80 € über dem Pauschbetrag.

Reisekosten

An zweiter Stelle die Reisekosten. Zu den Reisekosten zählen auch kurze Fahrten für den Arbeitgeber. Wenn Sie also die Post für den Arbeitgeber holen oder Termine mit Kunden wahrnehmen, dann können Sie auch hierfür Werbungskosten abziehen. Anders als bei den Fahrtkosten für Fahrten Wohnung und erste Tätigkeitsstätte können diese je Fahrtkilometer angesetzt werden.

Auch für Fahrten zu Fortbildungen können diese 30 Cent angesetzt werden. Es gilt also immer die Kilometer aufzuschreiben. Nur mit einem Nachweis können die Kilometer auch geltend gemacht werden.

Das effektive Steuern sparen als Arbeitnehmer beginnt also mit der richtigen Aufzeichnung.

Fortbildungskosten

Zu den Reisen zählen wie oben erwähnt auch die Fortbildungskosten. Es muss sich dabei nicht nur um Fortbildungen handeln die der Arbeitgeber zahlt. Auch Fortbildungen wie Sprach- und Computerkurse können steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Verpflegungsmehraufwendungen

Neben den Fahrtkosten zu Fortbildungen und geschäftlichen Terminen, können Sie auch noch die Verpflegungsmehraufwendungen absetzen. Diese haben steuerlich meist eine hohe Auswirkung. Verpflegungsmehraufwendungen können Sie für eintägige Reisen in Höhe von 12 € abziehen, sobald die Reise länger als 8 Stunden dauert. Bei Mehrtägigen Reisen können für An- und Abreisetage je 12 € und für volle Tage dazwischen 24 € absetzen.

Arbeitszimmer

Auch das Arbeitszimmer ist für viele Arbeitnehmer immer wichtiger. Es kommt häufiger vor, dass der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund kann man entweder bis zu 1.250 € als Werbungskosten ansetzen oder die vollen Werbungskosten. Das ist abhängig vom Arbeitsverhältnis.

Ansetzen können Sie dann auch die anteilige Miete, Nebenkosten und andere Aufwendungen die mit der Wohnung oder dem Haus in Verbindung stehen. Diese sind nach Quadratmetern zuzuordnen. Um das Verfahren zu beschleunigen, sollte ein Grundriss mitgeschickt werden, auf welchem das Arbeitszimmer eingezeichnet ist.

Literatur

Zu den Fort- und Weiterbildungskosten zählt auch die Literatur. Das heißt, es können die Kosten für sämtliche Zeitschriften und Bücher angesetzt werden. Wichtig ist, dass sie mit der Arbeit in Verbindung stehen. Nicht angesetzt werden kann der Roman, den Sie im Urlaub lesen.

Beiträge

Wenn man Mitglied von Berufsverbänden ist, kann man die gezahlten Beiträge als Werbungskosten ansetzen. Das trifft auch Beiträge für Verdi und IG-Metall. Aber auch Ärzte, Steuerberater und andere Kammermitglieder können diese Beiträge ansetzen.

Kontoführungsgebühren

Kontoführungsgebühren können bis zu 16 € ohne Nachweis angesetzt werden. Erst bei höheren Werbungskosten müssen diese nachgewiesen werden. Ein kostenloses Girokonto bietet die Comdirect oder auch Consorsbank.

Arbeitsmittel

Arbeitsmittel können bis zu 110 € ohne Nachweis abgezogen werden. Diese Arbeitsmittel umfassen alle Materialien, die Sie zur täglichen Arbeit benötigen. Zu den Arbeitsmitteln zählen aber auch das berufliche Smartphone und er berufliche Laptop oder Tablet.

Doppelter Haushalt

Steuerlich eine erhebliche Auswirkung hat der doppelte Haushalt. Dieser wirkt sich schon ab dem ersten Euro aus. Doppelter Haushalt bedeutet, dass man an meinem Ort wohnt und einen Zweitwohnsitz am Arbeitsort hat.

Sollte dies der Fall sein, dann können Sie alle Kosten die am Arbeitsort anfallen steuerlich geltend machen. Das heißt Miete, Nebenkosten und Dinge des täglichen Bedarfs. In einigen Städten gibt es eine Zweitwohnsitzsteuer, auch diese können Sie absetzen.

Umzugskosten

Sollten Sie aus beruflichen Gründen umziehen müssen, dann können Sie auch die Umzugskosten geltend machen. In 2016 können Sie folgende Beträge geltend machen:

  • bei Ledigen pauschal 746 €
  • Verheiratete erhalten pauschal 1.493 €
  • für jede weitere Person im Haushalt gibt es Pauschal 329 €

Ab 2017 erhöhen sich die Pauschbeträge auf:

  • bei Ledigen pauschal 764 €
  • Verheiratete erhalten pauschal 1.528€
  • für jede weitere Person im Haushalt gibt es Pauschal 337 €

Den speziellen Nachhilfeunterricht können Sie in Höhe von 1.882 € in 2016 und 1.926 € in 2017 ansetzen.

Bewerbungskosten

Für den Wechsel des Arbeitgebers können Sie auch noch pauschal Werbungskosten in Höhe von 50 € ansetzen. Sofern nicht weitere Aufwendungen wie Fahrtkosten, Unterlagenbeschaffung und anderes entstanden sind.

Lohnsteuerermäßigungsantrag

Der Lohnsteuerermäßigungsantrag ist kein Steuertrick, sondern eine Möglichkeit während des Jahres mehr Liquidität zu schaffen. Es ist eine Art Vorab-Steuererklärung. Dies lohnt sich, wenn man jährlich wiederkehrende erhebliche Werbungskosten hat. Der Antrag muss von Ihnen bis zum 30.11. für das folgende Jahr gestellt werden.

Steuerberater

Wenn Sie steuerlich beraten sind, dann können Sie die Kosten für den Steuerberater auch ansetzen. Sollten Sie sich also zur Anlage N beraten lassen, dann können sie diese Kosten geltend machen. Das gilt auch für die Erledigung der Steuererklärung. Wie Sie Ihre Einkommensteuererklärung machen können lesen Sie hier.

Steuersoftware

Viele Arbeitnehmer erledigen Ihre Steuererklärung nicht über Elster, sondern über bessere Anwendungen. Der Vorteil von anderen Anwendungen wie Smartsteuern, Steuertipps oder WISO ist, dass diese Steuertipps liefern. Diese Steuertipps zum Steuern sparen sind direkt eingebaut. Auch die Kosten für die Anschaffung können Sie bei der Steuererklärung geltend machen.

Ebenfalls absetzbar als Werbungskosten ist die Literatur, welche Du dazu nutzt, dass Du die Steuererklärung erstellst. Ein Beispiel ist der KONZ, die Kosten dafür können abgesetzt werden.

Weitere Steuer-Spar-Chancen:
  • Spendenpauschale bis 110 €
  • Handwerkerleistungen (Arbeitsstunden auf der Nebenkostenabrechnung)
  • Steuerklassenwechsel bei Ehegatten von IV / IV auf III / V

Steuern sparen als Arbeitnehmer ist möglich. In einigen Fällen kann man noch wesentlich mehr Geld zurück holen. Im Durchschnitt liegt die Erstattung bei jährlich 875 € pro Arbeitnehmer. Diese Checkliste ist noch nicht vollständig aber auf diese Weise lassen sich Steuern sparen als Arbeitnehmer.

Buchempfehlungen!

Bücher für finanzielle Bildung!

YouTube-Empfehlung:

Steuern mit Kopf

Disclaimer: Der Autor/Sprecher übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Das Video stellt in keiner Art und Weise eine professionelle Steuerberatung dar und ersetzt diese auch nicht.